Ein Lernplan für vier Wochen: Mit Einstufungstest, Lernmodus, Fehlertrainer, Prüfungssimulation und mündlichen Fallkarten strukturiert zur Sachkundeprüfung § 34a.
Dein Prüfungstermin steht fest, und bis dahin bleiben dir rund vier Wochen? Das ist knapp, aber gut machbar – wenn du strukturiert vorgehst. Dieser 30-Tage-Lernplan zeigt dir Woche für Woche, welche Themen du bearbeitest und wie du unsere kostenlosen Lernfunktionen sinnvoll einsetzt. Rechne mit etwa 60 bis 90 Minuten Lernzeit an fünf bis sechs Tagen pro Woche. Wenn du mehr Zeit hast, kannst du den Plan einfach strecken.
Bevor du startest: Rahmenbedingungen klären
Damit du realistisch planen kannst, solltest du die Eckdaten der Prüfung kennen. Die schriftliche Prüfung umfasst seit dem 1. Juli 2025 82 Aufgaben in 120 Minuten, maximal sind 120 Punkte erreichbar. Mit mindestens 50 Prozent wirst du zur mündlichen Prüfung zugelassen. Geprüft werden sieben Sachgebiete: Recht der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, Datenschutz, BGB, Straf- und Strafverfahrensrecht einschließlich Umgang mit Waffen, Unfallverhütung, Umgang mit Menschen sowie Sicherheitstechnik.
Lege dir außerdem feste Lernzeiten in den Kalender. Regelmäßige kurze Einheiten bringen mehr als ein langer Lerntag am Wochenende. Plane jede Woche einen freien Tag ein – Pausen gehören zum Lernen dazu.
Woche 1 (Tag 1–7): Standort bestimmen und Recht starten
Tag 1: Beginne mit unserem Einstufungstest. Er zeigt dir, in welchen Sachgebieten du schon Vorwissen hast und wo die größten Lücken liegen. Notiere dir das Ergebnis pro Sachgebiet, damit du später deinen Fortschritt vergleichen kannst. Lass dich von einem schwachen Ergebnis nicht entmutigen – genau dafür ist der Test da.
Tag 2–4: Starte mit dem Recht der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Hier geht es um das Gewaltmonopol des Staates, die Grundrechte, § 34a GewO und die Bewachungsverordnung. Lies die passenden Lektionen und beantworte anschließend die Fragen im Lernmodus. Dort bekommst du zu jeder Frage sofort eine Erklärung.
Tag 5–6: Weiter geht es mit dem Datenschutzrecht: Grundsätze der Datenverarbeitung, Rechte der Betroffenen und die Regeln zur Videoüberwachung. Auch hier gilt: erst lesen, dann im Lernmodus üben.
Tag 7: Pause oder lockere Wiederholung. Schreib die wichtigsten Begriffe der Woche auf Karteikarten.
Woche 2 (Tag 8–14): Die Jedermannsrechte im Fokus
Die zweite Woche ist die anspruchsvollste, denn jetzt kommen BGB und Strafrecht. Diese Sachgebiete sind besonders wichtig, weil sie deine Befugnisse im Dienst bestimmen.
Tag 8–10: Bearbeite das BGB: Besitz und Eigentum, Notwehr und Notstand nach §§ 227 und 228 BGB, Selbsthilfe nach § 229 BGB, Besitzwehr und Besitzkehr nach § 859 BGB sowie die Grundzüge des Schadensersatzes. Achte besonders auf die Unterschiede zwischen den einzelnen Rechten.
Tag 11–13: Jetzt folgt das Straf- und Strafverfahrensrecht: Notwehr (§ 32 StGB), rechtfertigender Notstand (§ 34 StGB), vorläufige Festnahme (§ 127 StPO) sowie wichtige Delikte wie Hausfriedensbruch, Körperverletzung, Nötigung, Diebstahl und Raub. Dazu kommen die Grundlagen des Waffenrechts.
Tag 14: Öffne zum ersten Mal den Fehlertrainer. Er sammelt alle Fragen, die du bisher falsch beantwortet hast. Arbeite sie durch und lies bei jeder Frage die Erklärung genau. Häufig zeigen sich hier Muster, zum Beispiel immer wieder Verwechslungen zwischen Notwehr und Notstand.
Woche 3 (Tag 15–21): Die übrigen Sachgebiete
In der dritten Woche schließt du die restlichen Sachgebiete ab. Sie werden gern unterschätzt, bringen in der Prüfung aber wichtige Punkte.
Tag 15–16: Unfallverhütung: die DGUV Vorschrift 23, Pflichten von Arbeitgeber und Beschäftigten, Verhalten bei Unfällen und Grundlagen der Ersten Hilfe.
Tag 17–18: Umgang mit Menschen: Kommunikation, Deeskalation, Verhalten in Konflikt- und Gefahrensituationen sowie der respektvolle Umgang mit unterschiedlichen Personengruppen. Dieses Sachgebiet ist auch für die mündliche Prüfung zentral.
Tag 19–20: Sicherheitstechnik: mechanische Sicherungen, Einbruchmeldeanlagen, Brandmeldeanlagen, Videoüberwachung und Zutrittskontrolle.
Tag 21: Wiederhole den Einstufungstest und vergleiche das Ergebnis mit Tag 1. Danach steht wieder der Fehlertrainer auf dem Plan. Sachgebiete, in denen du noch unsicher bist, markierst du für die letzte Woche.
Woche 4 (Tag 22–28): Prüfung simulieren und mündlich üben
Jetzt geht es um den Feinschliff. Ziel ist, dass du dich an das Prüfungsformat gewöhnst und deine letzten Lücken schließt.
Tag 22: Mache deine erste vollständige Prüfungssimulation mit Zeitlimit. Arbeite ohne Unterbrechung und ohne Hilfsmittel, so wie in der echten Prüfung. Achte darauf, wie gut du mit der Zeit auskommst.
Tag 23–24: Werte die Simulation aus. Bearbeite die schwachen Sachgebiete erneut im Lernmodus und arbeite den Fehlertrainer durch.
Tag 25–26: Bereite dich mit unseren mündlichen Fallkarten auf die mündliche Prüfung vor. Lies den Fall, überlege dir eine Antwort und sprich sie laut aus – am besten vor einer anderen Person oder mit einer Sprachaufnahme. Nenne die passende Rechtsgrundlage und erkläre, wie du dich in der Situation verhalten würdest.
Tag 27: Zweite Prüfungssimulation. Vergleiche das Ergebnis mit der ersten.
Tag 28: Fehlertrainer und weitere Fallkarten.
Tag 29 und 30: Ruhig bleiben
In den letzten beiden Tagen lernst du nichts Neues mehr. Wiederhole nur noch deine Karteikarten und die wichtigsten Paragrafen. Eine letzte kurze Prüfungssimulation am Vormittag von Tag 29 ist in Ordnung, wenn sie dir Sicherheit gibt.
Am Abend vor der Prüfung legst du alles bereit: Einladung, gültiger Ausweis und alles, was deine IHK in der Einladung verlangt. Prüfe den Anfahrtsweg und plane einen Zeitpuffer ein. Schlaf ausreichend und lerne nicht bis spät in die Nacht.
Tipps, damit der Plan funktioniert
- Bleib flexibel: Wenn ein Sachgebiet länger dauert, verschiebe die übrigen Tage. Wichtig ist, dass du alle Themen mindestens einmal bearbeitest.
- Verstehe statt auswendig zu lernen: Frage dich bei jeder Regel, warum sie existiert. Das hilft dir besonders bei Fallfragen.
- Nutze den Fehlertrainer regelmäßig: Mindestens einmal pro Woche, besser öfter.
- Lerne laut: Erkläre schwierige Themen in eigenen Worten. Das ist die beste Vorbereitung auf die mündliche Prüfung.
Fazit
30 Tage reichen für eine solide Vorbereitung, wenn du konsequent dranbleibst. Bestimme mit dem Einstufungstest deinen Standort, arbeite die Sachgebiete im Lernmodus durch, schließe Lücken mit dem Fehlertrainer und trainiere am Ende mit Prüfungssimulation und mündlichen Fallkarten. So gehst du gut vorbereitet und mit einem klaren Gefühl für deinen Leistungsstand in die Prüfung.
Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindliche Informationen zur Prüfung erhältst du bei deiner zuständigen IHK.