Grundzüge der Sicherheitstechnik
Sicherheitstechnik unterstützt dich bei der Arbeit, ersetzt aber nicht deine Aufmerksamkeit. Du solltest die wichtigsten mechanischen und elektronischen Systeme kennen und wissen, wie du bei Alarmen handelst.
Sicherungskonzept
- Wirksamer Schutz kombiniert mechanische, elektronische und organisatorische (personelle) Maßnahmen.
- Mechanik soll Täter aufhalten (Widerstandszeit), Elektronik soll Angriffe melden, Personal soll eingreifen bzw. alarmieren.
- Ziel: Der Täter wird erkannt und Hilfe trifft ein, bevor er sein Ziel erreicht.
- Dienstanweisungen und Alarmpläne regeln, wie bei Meldungen zu reagieren ist.
Mechanische Sicherungen und Schließanlagen
- Widerstandsklassen nach DIN EN 1627 für Türen und Fenster: RC 1 N bis RC 6 – je höher, desto einbruchhemmender.
- Bausteine: Schlösser, Profilzylinder, Schutzbeschläge, Gitter, Rollläden, Sicherheitsglas.
- Schließanlagen: z. B. Zentralschlossanlage, Hauptschlüsselanlage, Generalhauptschlüsselanlage.
- Schlüssel nie mit Adresse kennzeichnen; Ausgabe im Schlüsselbuch dokumentieren; Verlust sofort melden.
Einbruchmeldeanlage (EMA) und Überfallmeldeanlage
- Bestandteile: Melder, Zentrale, Bedienteil, Signalgeber und Übertragungseinrichtung.
- Melderarten: Öffnungs- bzw. Magnetkontakte, Glasbruchmelder, Bewegungsmelder (z. B. Infrarot), Körperschallmelder.
- Überwachungsarten: Außenhautüberwachung, Fallenüberwachung, Raumüberwachung.
- Alarm wird intern (Sirene, Blitzleuchte) und/oder extern (z. B. an eine Notruf- und Serviceleitstelle) gemeldet.
- Überfallmeldeanlagen werden von Personen ausgelöst, z. B. per Überfalltaster – oft als stiller Alarm.
Brandmeldeanlage (BMA)
- Automatische Melder (Rauch-, Wärme-, Flammenmelder) und nichtautomatische Melder (Handfeuermelder bzw. Druckknopfmelder).
- Brandmelderzentrale (BMZ) wertet Meldungen aus; aufgeschaltete Anlagen alarmieren die Feuerwehr automatisch.
- Für die Feuerwehr: Feuerwehrschlüsseldepot (FSD), Feuerwehr-Anzeigetableau (FAT), Feuerwehr-Bedienfeld (FBF) und Feuerwehrlaufkarten.
- Bei Alarm: nicht eigenmächtig zurücksetzen, Feuerwehr erwarten und einweisen.
Videoüberwachung und Zutrittskontrolle
- Videosysteme bestehen aus Kameras, Übertragung, Monitoren und Aufzeichnung; Ziel z. B. Übersicht, Erkennen oder Identifizieren.
- Datenschutz beachten: Hinweisschilder, Zweckbindung, Löschung, keine Herausgabe an Unbefugte.
- Zutrittskontrolle identifiziert über Besitz (Karte, Transponder), Wissen (PIN) oder biometrische Merkmale – am sichersten kombiniert.
- Vereinzelungsanlagen (z. B. Drehkreuze, Schleusen) verhindern, dass mehrere Personen mit einer Berechtigung hineingehen.