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5.3 Erste Hilfe und Brandschutz

Kurz erklärt

Als Sicherheitsmitarbeiter bist du oft als Erster am Unfallort oder entdeckst einen Brand. Mit der Rettungskette, dem richtigen Notruf und den Grundregeln des Brandschutzes kannst du in den entscheidenden ersten Minuten Leben retten.

Wichtige Punkte

  • Notruf Feuerwehr und Rettungsdienst: 112, Polizei: 110.
  • Bewusstlos mit normaler Atmung: stabile Seitenlage; ohne normale Atmung: Herz-Lungen-Wiederbelebung 30:2 und AED.
  • Erste Hilfe ist Pflicht, soweit zumutbar (§ 323c StGB).
  • Im Brandfall: Melden – Retten – Löschen, Eigenschutz beachten.
  • Brandklassen A, B, C, D, F – der Löscher muss zur Brandklasse passen.

Lernziele

  • Du kennst die Glieder der Rettungskette.
  • Du kannst einen Notruf strukturiert absetzen.
  • Du kennst die Grundmaßnahmen bei Bewusstlosigkeit und Atemstillstand.
  • Du weißt, wie man sich im Brandfall verhält und Feuerlöscher richtig einsetzt.

Die Rettungskette

Die Rettungskette beschreibt, wie Hilfe bei einem Notfall ineinandergreift. Jedes Glied ist wichtig – fällt eines aus, sinken die Überlebenschancen.

  1. Sofortmaßnahmen: Unfallstelle absichern, Eigenschutz, Person aus akuter Gefahr retten, lebensrettende Maßnahmen.
  2. Notruf absetzen.
  3. Weitere Erste Hilfe bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes, z. B. Betreuung, Wärmeerhalt, Wundversorgung.
  4. Rettungsdienst.
  5. Krankenhaus.

Zur Ersten Hilfe ist jeder verpflichtet, soweit dies erforderlich und zumutbar ist. Wer bei Unglücksfällen nicht hilft, macht sich nach § 323c StGB strafbar. Niemand muss sich dabei selbst erheblich gefährden.

Der Notruf

Feuerwehr und Rettungsdienst erreichst du europaweit unter 112, die Polizei unter 110. Eine bewährte Struktur für den Notruf sind die W-Fragen:

  • Wo ist es passiert? (genaue Adresse, Gebäudeteil, Zufahrt)
  • Was ist passiert?
  • Wie viele Betroffene?
  • Welche Verletzungen oder Krankheitszeichen?
  • Warten auf Rückfragen – nicht selbst auflegen.

In größeren Objekten organisierst du zusätzlich die Einweisung der Rettungskräfte: Tore öffnen, Aufzug bereithalten, an der Zufahrt warten.

Lebensrettende Maßnahmen

Bewusstsein und Atmung prüfen

Sprich die Person laut an und berühre sie an den Schultern. Reagiert sie nicht, machst du die Atemwege frei (Kopf überstrecken, Kinn anheben) und prüfst höchstens zehn Sekunden lang, ob sie normal atmet.

  • Bewusstlos, normale Atmung: stabile Seitenlage, Notruf, Atmung regelmäßig kontrollieren.
  • Keine normale Atmung: Notruf absetzen (lassen), sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen: 30 Herzdruckmassagen in der Mitte des Brustkorbs, etwa 5 bis 6 cm tief, Frequenz 100 bis 120 pro Minute, dann 2 Beatmungen. Ist ein automatisierter externer Defibrillator (AED) vorhanden, einschalten und den Sprachanweisungen folgen.

Weitere wichtige Maßnahmen sind das Stillen starker Blutungen (Druckverband) und die Schocklage bzw. Betreuung bei Schockanzeichen. Erste-Hilfe-Leistungen werden dokumentiert, z. B. im Verbandbuch.

Brandschutz

Für das Verhalten im Brandfall gilt die Grundregel „Ruhe bewahren – Brand melden – in Sicherheit bringen – Löschversuch unternehmen“. Kurz: Melden – Retten – Löschen. Menschenleben gehen immer vor Sachwerten.

  • Brand über Notruf 112 oder Handfeuermelder melden.
  • Gefährdete Personen warnen und über Flucht- und Rettungswege ins Freie bzw. zum Sammelplatz bringen. Aufzüge im Brandfall nicht benutzen.
  • Türen schließen, um die Ausbreitung von Feuer und Rauch zu verhindern. Brandschutztüren dürfen niemals verkeilt werden.
  • Löschversuch nur ohne Eigengefährdung, mit Fluchtweg im Rücken.

Brandklassen und Feuerlöscher

  • A: feste, glutbildende Stoffe (Holz, Papier, Textilien)
  • B: flüssige oder flüssig werdende Stoffe (Benzin, Lacke, Wachs)
  • C: Gase (Propan, Erdgas)
  • D: Metalle (Aluminium, Magnesium)
  • F: Speiseöle und -fette in Küchen

Löschregeln: Feuer in Windrichtung angreifen, von vorn nach hinten und von unten löschen, Tropf- und Fließbrände von oben nach unten, bei größeren Bränden mehrere Löscher gleichzeitig einsetzen, Rückzündung beachten. Fettbrände niemals mit Wasser löschen.

Typische Prüfungsfallen

  • Normale Atmung entscheidet zwischen stabiler Seitenlage und Wiederbelebung.
  • 30:2 ist das Verhältnis bei Erwachsenen.
  • Fettbrand + Wasser = Fettexplosion; Klasse F oder Deckel verwenden.
  • Retten vor Löschen: Menschenrettung hat Vorrang.

Praxisbeispiel

Bei einem Rundgang findet Wachmann Ben in einer Lagerhalle einen Arbeiter, der regungslos am Boden liegt. Ben prüft, ob Gefahr durch Maschinen besteht, spricht den Mann an, macht die Atemwege frei und stellt fest, dass er nicht normal atmet. Er setzt per Funk über die Leitstelle den Notruf 112 ab, beginnt sofort mit 30 Herzdruckmassagen und 2 Beatmungen und lässt einen Kollegen den AED holen und die Rettungskräfte an der Zufahrt einweisen.

MerksatzPrüfen – Rufen – Drücken: Wer nicht normal atmet, braucht sofort Herzdruckmassage.

Quellen & Rechtsgrundlagen

Stand: 10/2026 · Fehler entdeckt? Nutze „Fehler melden“ unten.

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